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Kids Music Player

Musik, die mein Sohn allein bedienen kann.

Kids Music Player Screenshot

Wir hatten den Player schon gekauft

Mein ältester Sohn war dreieinhalb, als ich mit diesem Projekt begann. Er liebt Musik und wollte dafür natürlich immer das Smartphone von mir oder meiner Frau.

Wir wollten ihm ein eigenes Gerät geben. Er sollte selbst auswählen können, was er hört, aber nur aus Musik, die wir vorher für ihn ausgesucht haben. Also kauften wir einen kleinen, günstigen MP3-Player.

Unser Plan war simpel: Spotify Kids installieren, mit unserem Familienabo verbinden, fertig.

Erst nach dem Kauf merkten wir, dass Spotify Kids in der Schweiz nicht verfügbar war. Auch ein VPN half nicht, weil das Land des Abos entscheidend war.

Also begann ich, selbst eine Musik-App für ihn zu bauen.

Die App war fertig. Der Player wollte sie nicht.

Die erste Version sah so aus, wie ich sie mir vorgestellt hatte: grosse Albumcover, wenige Bedienelemente, keine Ablenkung.

Nur liess sie sich nicht installieren. Der Player läuft zwar mit Android, der Hersteller hat das System aber stark eingeschränkt.

Ich fand schliesslich einen Umweg: Eine vorinstallierte App liess sich ersetzen. Ich nahm eine, die mein Sohn sicher nie brauchen würde, und überschrieb sie mit meinem Musikplayer.

Damit lief die App. Gelöst war das Problem noch nicht.

Installiert ist nicht dasselbe wie auffindbar

Ich konnte Inhalt der vorinstallierten App ersetzen, aber weder Namen noch Icon. Auf dem Bildschirm blieb das Symbol der ursprünglichen App.

Für mich war das ein Schönheitsfehler. Für meinen Sohn machte es die App praktisch unbrauchbar. Er konnte noch nicht lesen und orientierte sich an Bildern. Wenn er Musik hören wollte, suchte er nach einem Musik-Icon, nicht nach irgendeiner App, von der nur ich wusste, was sich dahinter verbarg.

Also änderte ich den Ansatz noch einmal.

Aus der App wurde der ganze Player

Ich machte den Kids Music Player zur Startoberfläche des Geräts.

Heute öffnet sich die App direkt beim Einschalten. Mein Sohn muss nichts suchen und sieht weder Android-Menüs noch andere Apps oder Einstellungen. Vor ihm liegen nur grosse Cover, Titel und einfache Bedienelemente.

Meine Frau und ich erreichen den Elternbereich über eine bestimmte Tastenkombination.

Damit war das eigentliche Problem gelöst: Mein Sohn musste nicht lernen, wie der Player funktioniert. Der Player musste so funktionieren, dass mein Sohn ihn versteht.

Auch die Musikdateien brauchten Arbeit

Unsere MP3-Dateien waren uneinheitlich benannt. Mal stand der Interpret zuerst, mal der Titel. Manche Dateien hatten Nummern, Zusätze oder unvollständige Metadaten.

Auf meinem Mac läuft deshalb ein eigener Ablauf: Ein Skript liest Dateinamen und Metadaten, trennt Interpret und Titel und bringt alles in eine einheitliche Form. Danach sucht es das passende Albumcover und bettet es in die Datei ein. Ein zweites Skript überträgt die fertigen Lieder und Ordner auf den Player.

Die Cover sind keine Dekoration. Sie sind die Navigation. Mein Sohn erkennt daran, was er hören möchte.

Der ganze Vorbereitungsschritt passiert auf meinem Mac. Der Player bleibt offline.

Warum offline genau richtig ist

Mein Sohn entscheidet, welches Lied läuft. Wir entscheiden, welche Musik auf das Gerät kommt.

Es gibt kein Streaming, keine Werbung, keine Empfehlungen und keine Inhalte, die plötzlich von selbst auftauchen. Einschalten, Cover wählen, Musik hören.

Was heute funktioniert

  • grosse, kindgerechte Bedienung direkt nach dem Einschalten
  • ausschliesslich Musik, die wir ausgewählt haben
  • automatisch bereinigte Dateinamen und Metadaten
  • passende Albumcover als visuelle Navigation
  • ein geschützter Elternbereich
  • vollständig offline, ohne Werbung und Empfehlungen

Warum das Projekt privat bleibt

Der Kids Music Player ist für genau dieses Gerät und die Bedürfnisse meines Sohnes gebaut. Es gibt keine allgemeine Installation, kein Setup für andere Geräte und kein Streaming.

Das sind im Moment keine fehlenden Funktionen. Die App erfüllt ihren Zweck. Aus ihr ein öffentliches Produkt zu machen, wäre viel zusätzliche Arbeit und würde meinem Sohn nichts bringen.

Gebaut mit

  • Android
  • Python
  • Shell

Für genau ein Kind gebaut

Mein Sohn trägt den Player und seine Kopfhörer inzwischen begeistert durch die Wohnung. Für ihn ist es einfach sein eigener Musikplayer.

Für mich ist es eines der schönsten Projekte auf dieser Seite. Nicht wegen der Zahl seiner Funktionen oder Nutzer. Sondern weil ich jeden Tag sehe, für wen ich es gebaut habe.

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